Handchirurgie

Handchirurgie

Handchirurgie und mikrochirurgische Behandlungen

Die auf dieser Seite dargestellten Anwendungen umfassen Behandlungsansätze, die von Prof. Dr. Osman Kelahmetoğlu beurteilt und durchgeführt werden, der im Bereich der Handchirurgie und Mikrochirurgie aktiv operative Eingriffe vornimmt.

Verletzungen an Hand, Fingern, Sehnen und Nerven sind besondere Situationen, die ein rechtzeitiges Vorgehen, eine korrekte Operationsplanung und mikrochirurgische Erfahrung erfordern. Deshalb wird jeder Fall individuell behandelt.


Hand- oder Fingeramputationen (Replantationsbehandlung)

Wenn eine Extremität wie Hand oder Finger vollständig vom Körper getrennt ist, bezeichnet man die Wiederherstellung der Durchblutung des abgetrennten Teils mittels mikrochirurgischer Techniken als Replantation. Ziel dieser Behandlung ist nicht nur das Wiederannähen, sondern die Wiedergewinnung von Funktion und Sensibilität.

Amputationen oberhalb des Handgelenks werden als Major-Replantation, Amputationen unterhalb des Handgelenks als Minor-Replantation eingestuft. Der Operationserfolg hängt vom Amputationsniveau, der verstrichenen Zeit und der korrekten Aufbewahrung des abgetrennten Teils ab.

Klinischer Ansatz: Bei Patienten mit Replantationsmöglichkeit verbessert eine unverzügliche mikrochirurgische Beurteilung die Erfolgschancen unmittelbar.

Erstmaßnahmen bei Hand- oder Fingeramputation

  • Die Blutung sollte kontrolliert werden.
  • Der abgetrennte Teil sollte in ein sauberes Tuch gewickelt und in einen Beutel gelegt werden; Desinfektionsmittel dürfen nicht verwendet werden.
  • Der abgetrennte Teil darf nicht direkt mit Eis in Kontakt kommen.
  • So schnell wie möglich sollte ein Zentrum mit mikrochirurgischer Erfahrung aufgesucht werden.

Sehnenverletzungen und operative Reparatur

Sehnen sind stabile Strukturen, die die Kraft der Muskeln auf Knochen und Gelenke übertragen und so Bewegung ermöglichen. Bei Durchtrennungen, Rupturen oder fortgeschrittenen Schädigungen kann eine operative Reparatur erforderlich sein.

Der optimale Operationszeitpunkt bei Sehnenverletzungen liegt innerhalb der ersten 3 Wochen nach der Verletzung. Eine frühe Behandlung erhöht die Chance, die Beweglichkeit wiederzuerlangen.

Postoperativ wird zum Schutz der Sehne in der Regel eine Schiene oder ein Gips verwendet (in den meisten Fällen 4–6 Wochen). Anschließend wird eine strukturierte Physiotherapie und Rehabilitation eingeleitet.


Nervenverletzungen und mikrochirurgische Reparatur

Nervenverletzungen können zu Sensibilitätsverlust, verminderter Muskelkraft und Funktionsverlust führen. Bei Durchtrennungen oder schweren Quetschungen kann eine mikrochirurgische Nervenrekonstruktion in Betracht kommen.

Eine frühzeitige Beurteilung und die richtige operative Strategie sind für das funktionelle Ergebnis von entscheidender Bedeutung. Bei verzögerter Behandlung kann das Risiko bleibender Schäden steigen.

Fachärztliche Beurteilung: Patienten mit Verdacht auf eine Nervenverletzung sollten so früh wie möglich von einem Handchirurgie-/Mikrochirurgie-Spezialisten untersucht werden.


Nervenkompressionssyndrome

Nervenkompressionen, die dadurch entstehen, dass Nerven durch Sehnen, Muskeln, Knochen oder Bindegewebe unter Druck geraten, können Beschwerden wie Schmerzen, Taubheit, Kribbeln und Kraftverlust verursachen.

Eines der häufigsten Beispiele ist das Karpaltunnelsyndrom. Zunächst werden nicht-operative Methoden (Schonung, Medikamente, Physiotherapie usw.) bevorzugt; wenn sich die Beschwerden jedoch nicht kontrollieren lassen oder fortschreiten, kann eine operative Dekompression erforderlich sein.


Dupuytren-Kontraktur

Die Dupuytren-Kontraktur ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der sich das Bindegewebe in der Hohlhand verdickt und es dadurch zu einer Beugestellung der Finger sowie zu Schwierigkeiten beim Strecken kommt.

Im Frühstadium können nicht-operative Optionen erwogen werden; in fortgeschrittenen Fällen zielt die operative Behandlung darauf ab, die Handfunktion wiederherzustellen. Die konsequente Einhaltung des empfohlenen Rehabilitationsprogramms ist für dauerhafte Ergebnisse wichtig.


Angeborene Handanomalien

Angeborene Handanomalien beschreiben Entwicklungsabweichungen der Hand, die während der Schwangerschaft entstehen. Die beiden häufigsten Formen sind Polydaktylie (überzählige Finger) und Syndaktylie (verwachsene Finger) und können bei geeigneter Planung chirurgisch korrigiert werden.

Polydaktylie (überzähliger Finger)

In einfachen Fällen kann der überzählige Finger nur über Haut verbunden sein, sodass frühzeitig ein kleinerer Eingriff geplant werden kann. Bei Fällen mit Knochen-/Gelenkbeteiligung wird eine geplante Operation durchgeführt, um das bestmögliche funktionelle und ästhetische Ergebnis zu erreichen.

Syndaktylie (verwachsene Finger)

Hierbei sind Finger auf Haut- oder Knochenebene miteinander verbunden. Bei Fällen mit Risiko einer funktionellen Beeinträchtigung wird die operative Trennung meist im frühen Kindesalter geplant; falls erforderlich, kann ein Hauttransplantat eingesetzt werden.


Beurteilung und Therapieplanung

Bei Erkrankungen, die Handchirurgie und Mikrochirurgie erfordern, wird unter Berücksichtigung von Art und Niveau der Verletzung, der verstrichenen Zeit sowie der funktionellen Erwartungen des Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt. In geeigneten Fällen wird eine Operation geplant, in ungeeigneten Fällen werden alternative Therapieoptionen ausführlich bewertet.